Durch die Kunst wieder zu sich selbst finden
Ehemaliger Patient stellt in der Klinik ChiemseeWinkel aus
Jürgen Knauß spricht im Rahmen einer persönlichen Vernissage offen über seine Depression, seinen persönlichen Entwicklungsprozess und die Bedeutung der Kunsttherapie auf seinem Weg.
Jürgen Knauß gibt Einblicke in seinen persönlichen Weg
Am 22. Juli 2026 kamen zahlreiche interessierte Besucher im Garten der Klinik ChiemseeWinkel für eine besondere Vernissage zusammen. Der ehemalige Patient Jürgen Knauß präsentierte seine Kunstwerke und berichtete im Rahmen einer persönlichen Führung über seine Erfahrungen während und nach seinem stationären Aufenthalt.
Viele Jahre war Knauß als Unternehmensberater tätig. Der hohe Anspruch, jederzeit funktionieren zu müssen, prägte seinen Alltag zunehmend. Antriebslosigkeit, Rückzug und Suchtverhalten bestimmten schließlich sein Leben. Im November 2025 entschied er sich für einen stationären Aufenthalt in der Klinik ChiemseeWinkel. Dies war ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben.
Kunsttherapie eröffnet neue Zugänge
Während seiner Behandlung entdeckte Knauß über die Kunsttherapie seine eigene Kreativität wieder. Das Malen half ihm dabei, innere Zustände auszudrücken, für die ihm zunächst die Worte fehlten.
„Kreative beziehungsweise erlebnistherapeutische Verfahren eröffnen einen Zugang zu inneren Schichten, die verbal oft schwer erreichbar sind“, erklärt Dr. phil. Carolin Göhre, Chefärztin der Klinik ChiemseeWinkel. Gerade Menschen, die gewohnt seien, Herausforderungen vor allem kognitiv zu lösen, könnten durch Kunst einen neuen Zugang zu ihrer Innenwelt finden.
Eine Botschaft, die Mut machen soll
Für die Patientinnen und Patienten, die sich aktuell in Behandlung befinden, kann Knauß’ Entwicklung ein ermutigendes Beispiel sein. „Jeder Genesungsprozess verläuft individuell“, betont Dr. Göhre. Die persönliche Geschichte des ehemaligen Patienten könne jedoch zeigen, dass Veränderung möglich ist und der Weg aus einer psychischen Erkrankung gelingen kann.
Knauß selbst möchte anderen Betroffenen Mut machen: „Warnsignale ernst nehmen, sich nicht schämen, Hilfe anzunehmen – und sich einen Ort suchen, an dem man gesehen und begleitet wird.“
Mehr über Jürgen Knauß und seine Geschichte erfahren Sie auch in einer unserer Podcast-Folgen von Berg & See:le.