Sport- und Bewegungstherapie
Selbstwahrnehmung zurückgewinnen
Die psychosomatische Sport- und Bewegungstherapie nutzt den Körper, um wieder Zugang zu Gefühlen, Erleben und Spüren zu entwickeln.
Ebenen der psychosomatischen Bewegungstherapie
Funktionelle Ebene: Kraft für Körper und Geist
Ob Ausdauer-, Kraft- oder Koordinationstraining – regelmäßige Bewegung fördert eine positive Grundstimmung, Antrieb und Ausgleich. Unsere Therapeuten führen viele Therapieangebote im Freien durch und nutzen die positive Wirkung von Bewegung an der frischen Luft.
Sensitive Ebene: Wieder ins Spüren kommen
Viele Patienten erleben eine Dissoziation – eine körperliche und emotionale Taubheit. Ziel ist es, wieder Zugang zum eigenen Körper zu finden, Körpersignale zu erkennen, Emotionen bewusst und ohne Wertung anzunehmen. Beim Slackline-Training überwinden unsere Patienten z.B. Ängste, im therapeutischen Boxen setzen sie sich gezielt mit Wut auseinander.
Soziale Ebene: Grenzen setzen
Hier geht es um Kommunikation und die eigene Beziehung zum Umfeld:
Wie positioniere ich mich gegenüber anderen? Wo endet meine Wohlfühlzone?
Symbolische Ebene: Der Körper als Spiegel
Körperliche Signale deuten immer auf mehr hin. Unsere Patienten lernen, achtsam damit umzugehen, um z. B. Grenzen frühzeitig zu setzen, bevor eine Situation eskaliert.
Denken, Fühlen, Handeln, Spüren
Aus der Verhaltenstherapie wissen wir, dass sich unser Denken, Fühlen und Handeln gegenseitig beeinflussen. Viele Patienten mit psychosomatischen Krankheitsbildern sind in ihrem „Kopf gefangen“ und haben verlernt ihren Körper zu spüren.
Emotionsregulation
Wer früh physische Signale von Aktivierung (z.B. Herzrasen, Muskelanspannung, Hitze) erkennt, kann frühzeitig reagieren – bevor Erregung eskaliert und in Panik oder ausufernder Wut mündet.
Das Therapieziel: Im Handlungsspielraum bleiben:
- Körpersignale früh erkennen
- Flexibel bleiben statt erstarren
- Stabil bleiben statt überfluten
- Grenzen setzen und kommunizieren
Angebote Sport- und Bewegungstherapie
Unser Therapeuten-Team achten auf eine optimale Integration der Therapien in Ihren Gesamtbehandlungsplan.
Die Sport- und Bewegungstherapien finden in der Gruppe oder im Einzelsetting statt und dauern ca. 90 Minuten.
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Medizinische Trainingstherapie (MTT)
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Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination verbessern. Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) stärkt Ihr Körperbewusstsein und Ihr Selbstwertgefühl. Unsere modernen Trainingsgeräte werden individuell auf Sie abgestimmt.
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Ausdauertraining
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Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depression gehen oft mit erheblicher Kraftlosigkeit einher. Daher ist es unser Ziel, dass Sie wieder mehr Leistungsfähigkeit und Vitalität spüren – z.B. bei unserer morgendlichen Nordic Walking Runde direkt am Chiemsee.
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Qi Gong
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Sanfte Bewegungen bringen Körper und Geist in Einklang. Die sanften, langsamen Bewegungen bei Qi Gong stärken Ihre Lebensenergie. Bei körperlichen Einschränkungen passen wir das Training individuell an Sie an.
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Yoga
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Yoga hilft Ihnen, wieder ins Spüren zu kommen und über den Atem Ruhe und Präsenz zu finden – besonders dann, wenn Gedanken kreisen oder Gefühle schwer greifbar sind. Durch die bewusste Verbindung von Bewegung, Atmung und Achtsamkeit lernen Sie, Körpersignale wie Anspannung oder flachen Atem frühzeitig wahrzunehmen und besser mit Emotionen umzugehen.
Im Gegensatz zu passiven Entspannungsverfahren wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung bleibt Yoga aktiv: Sie bewegen sich bewusst, bleiben präsent und trainieren Ihre Körperwahrnehmung auch unter Belastung/körperlicher Anspannung.
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Therapeutisches Boxen
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Im Therapie-Boxen üben Sie in kleinen Gruppen, Emotionen wie Wut oder Angst körperlich wahrzunehmen und auszudrücken. Dabei geht es nicht um sportliches Kämpfen, sondern darum, Ihre Grenzen und körperlichen Signale zu spüren. Wann kommt Ihnen jemand zu nah? Wie signalisieren Sie: Stopp! Sie können durch das Boxen aber auch lernen, Ängste zu überwinden und wieder mehr Selbstsicherheit in verschiedenen Situationen zu gewinnen.
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Slackline-Training
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Das Slackline-Training stärkt Ihre Achtsamkeit und Ihren Fokus auf den gegenwärtigen Moment. Sie erleben bewusst, wie Stabilität aus Flexibilität entsteht und wie sich Unsicherheit Schritt für Schritt beherrschen lässt.
Gleichzeitig lernen Sie, über sich hinauszuwachsen und mit jedem Versuch auf der Slackline neues Selbstvertrauen zu entwickeln.
Häufige Fragen zur
Sport- und Bewegungstherapie
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Wie hilft Sport- und Bewegungstherapie bei Depressionen?
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Depressionen gehen oft mit Antriebslosigkeit, Rückzug und Gefühllosigkeit einher. Die psychosomatische Sport- und Bewegungstherapie aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn durch körperliche Bewegung – ganz ohne Leistungsdruck. Sie lernen, Ihren Körper wieder bewusster wahrzunehmen, Emotionen zuzulassen und diese mit neuer Achtsamkeit zu regulieren.
Außerdem bauen Sie Schritt für Schritt neue Energie und Motivation auf.
Unsere speziell ausgebildeten Therapeuten sind stets im Austausch mit Ihrem behandelnden Psychotherapeuten, um eine optimale Integration der Bewegungstherapie in Ihren Gesamtbehandlungsplan zu gewährleisten.
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Ist Bewegungstherapie bei Burnout sinnvoll?
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Ja. Das Burnout-Syndrom ist gekennzeichnet durch emotionale Erschöpfung, Leistungsabfall und den Verlust des Körperkontakts. Die Bewegungstherapie in unserer Klinik hilft Ihnen, Ressourcen wiederzufinden, Stress abzubauen und die Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu erlernen. Sie trainieren die Wahrnehmung Ihrer Belastungsgrenzen – ein wichtiger Schritt zurück in die Gesundheit. Unser Nordic Walking unterstützt dies zusätzlich durch Natur und Bewegung an der frischen Luft direkt am Chiemsee.
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Kann Sport bei Angststörungen helfen?
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Ja. Bei Angststörungen, Panikattacken oder generalisierter Angst erleben viele Menschen körperliche Symptome wie Herzrasen, Engegefühl oder Atemnot als bedrohlich. In der therapeutisch begleiteten Bewegung lernen Sie, diese Körpersignale neu einzuordnen: als normal statt als Gefahr. Durch gezielte Atemübungen, Achtsamkeit und körperliche Aktivität stärken Sie Ihr Vertrauen in den eigenen Körper und reduzieren innere Unruhe.
Zudem lernen Sie durch gezielte Methoden, sich mit Ihrem Ängsten zu befassen und diese zu überwinden (z.B. Slackline-Gruppe).
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Muss ich sportlich sein, um an der Bewegungstherapie teilzunehmen?
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Nein. Unsere Sport- und Bewegungstherapie richtet sich gezielt an Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen – auch an diejenigen, die lange keinen Sport gemacht haben, sich erschöpft fühlen oder körperliche Einschränkungen haben.
Wichtig ist: In der psychosomatischen Sport- und Bewegungstherapie geht es nicht um körperliche Leistung, sondern darum, mit verschiedenen Methoden wieder Zugang zu sich selbst zu finden.
Alle Angebot werden individuell auf Ihr Fitnesslevel und Ihre psychische Verfassung abgestimmt.
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Warum ist Bewegung bei psychosomatischen Beschwerden wichtig?
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Psychosomatische Erkrankungen wirken sich immer auch körperlich aus, z.B. durch Erschöpfung, Verspannungen, Schlafstörungen oder innere Unruhe.
Die Bewegungstherapie nutzt diese Körper-Seele-Wechselwirkung gezielt. Sie hilft Ihnen, wieder Zugang zu Ihrem Körper zu finden, Spannungen abzubauen und die Genesung auf physischer und psychischer Ebene anzustoßen. Zudem nutzen wir in der Klinik ChiemseeWinkel die Möglichkeit, körperorientierte Verfahren mit der traumhaften, naturnahen Lage direkt am Chiemsee zu verbinden.
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Welche Rolle spielt Körperwahrnehmung in der Therapie?
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Körperwahrnehmung ist essenziell bei psychosomatischen Erkrankungen. Viele Menschen mit Depression, Burnout oder Angst haben den Kontakt zu ihren Körpersignalen verloren. In den körperorientierten Verfahren wird dieser Zugang wieder trainiert. Sie lernen, frühzeitig Anzeichen von Überforderung, Anspannung oder Erschöpfung zu spüren – bevor Symptome eskalieren. Dies ist die Basis für gesunde Selbstregulation und Resilienz.
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Wird die Bewegungstherapie individuell angepasst?
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Ja. Alle Angebote der Sport- und Bewegungstherapie werden individuell auf Ihre persönliche Situation, Ihre psychische Belastung und mögliche körperliche Einschränkungen abgestimmt. Unsere Sporttherapeuten arbeiten eng mit den Psychotherapeuten zusammen, damit Bewegungs-, Erlebnis- und Gesprächstherapie aufeinander abgestimmt bleiben. Ziel ist keine sportliche Höchstleistung, sondern Ihre nachhaltige Stabilisierung.