Therapiekonzept
Stabilisieren. Regenerieren. Neu orientieren.
Wir begleiten junge Erwachsene in einem geschützten, speziell für diese Lebensphase entwickelten stationären Setting und ermöglichen eine kurzfristige Aufnahme.
Dabei richten wir den Blick nicht nur auf Symptomreduktion und Beschwerden, sondern auch auf die persönliche Zukunft: Wie möchten junge Menschen leben, welche Ziele sind ihnen wichtig und was brauchen sie dafür?
Psychische Stabilität braucht Orientierung
In der klinischen Praxis zeigt sich, dass Orientierungslosigkeit psychosomatische Beschwerden verstärken und den Therapieverlauf erschweren kann. Anhaltender Stress, innere Unruhe, Motivationsverlust oder depressive Verstimmungen sind mögliche Folgen. Auch der Einstieg in Ausbildung, Studium oder neue berufliche Wege kann dadurch zusätzlich belastet werden.
Der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter ist von wichtigen Entwicklungsaufgaben geprägt. Dazu gehören die Entwicklung von Identität und Selbstwert, die Ablösung vom Elternhaus, der Aufbau eigener Beziehungen, die berufliche Orientierung und die persönliche Zukunftsplanung.
Herausfordende Lebensphase
Unser Therapiekonzept wurde von Grund auf für junge Erwachsene entwickelt.
Wir passen nicht einfach ein bestehendes Erwachsenenkonzept an, sondern greifen gezielt die Themen auf, die junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren bewegen.
Dabei können u.a. folgende Fragen eine Rolle spielen:
- Wer bin ich und was ist mir wichtig?
- Welche Erwartungen kommen von außen – und welche Ziele habe ich selbst?
- Wie kann der Umgang mit Leistungsdruck gelingen?
- Wie lassen sich eigene Grenzen erkennen und vertreten?
- Welche Beziehungen geben Halt?
- Wie kann Ablösung selbstständig gestaltet werden?
- Welche Perspektiven passen zur eigenen Lebenssituation?
Die Behandlung richtet sich nicht nur auf eine aktuelle Symptomatik. Sie unterstützt junge Erwachsene auch dabei, ihre persönliche Entwicklung und ihre nächsten Lebensschritte aktiv zu gestalten.
Unser Therapieansatz
Mind.
Stabilisieren: Ängste verstehen, Druck reduzieren, Klarheit finden. Gemeinsam werden die individuelle Situation, Ängste, persönliche Herausforderungen und belastende Einflussfaktoren betrachtet. Dadurch entsteht ein besseres Verständnis für die eigenen Beschwerden. Schritt für Schritt kann so wieder ein Zugang zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen entstehen.
Body.
Regenerieren: Energie stärken, Selbstfürsorge lernen, Balance aufbauen. Ein individuell abgestimmtes Therapieangebot unterstützt junge Erwachsene dabei, die eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen besser wahrzunehmen. Sie lernen, Energie aufzubauen, liebevoller mit sich selbst umzugehen und alltagstaugliche Strategien für mehr innere Balance zu entwickeln.
Life.
Neu Orientieren: Identität entwickeln. Zukunft gestalten. Selbstwirksamkeit leben.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein selbst bestimmtes und sozial eingebundenes Leben aussehen kann. Junge Erwachsene setzen sich mit ihren persönlichen Werten, Stärken und Zielen auseinander und entwickeln daraus neue Perspektiven für die Zukunft und ein selbstwirksames Leben.
Der Jugend-Kompass
Basis unserer Arbeit mit jungen Erwachsen ist das Orientierungsprogramm „Jugend-Kompass“ (JuKo), das maßgeblich von unserer Chefärztin Dr. phil. Carolin Göhre entwickelt wurde.
JuKo verbindet psychosomatische und psychotherapeutische Expertise mit einem realitätsnahen Blick auf die Lebenswelt junger Menschen. Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Selbstbestimmung und die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.
Das Programm ist modular aufgebaut und kann therapeutisch eingesetzt werden. Es umfasst mindestens sechs Doppelstunden. Behandelt werden unter anderem:
- Sensibilisierung für Zukunftsentscheidungen
- Entwicklung von Entscheidungsfähigkeit
- Realitätsnahe Selbstreflexion
- Stärkung von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit
Vorbereitung „auf die Zeit danach“
Die Therapie soll auch auf die Zeit nach dem Klinikaufenthalt vorbereiten. Deshalb werden im Verlauf konkrete nächste Schritte für den Alltag entwickelt – beispielsweise für die Bereiche:
- Rückkehr in Studium, Ausbildung oder Beruf
- Umgang mit zukünftigen Belastungssituationen
- Aufbau stabilisierender Tagesstrukturen
- Nutzung persönlicher Ressourcen
- Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen
- Organisation einer weiterführenden ambulanten Unterstützung
Rein ins Ohr
Weitere Informationen zum Thema Orientierung und junge Erwachsene bekommen Sie in ausgewählten Folgen unseres Klinik-Podcasts Berg & See:le