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Angstbewältigung und Mentale Stärke am Berg

mit Alexander Huber von den „Huaba Buam“

Podcast-Folge #070 online

Angst wird oft als Schwäche erlebt. Für den Extrembergsteiger Alexander Huber ist sie dagegen eine wichtige Überlebensversicherung: Sie macht aufmerksam, hilft Risiken einzuschätzen und sorgt dafür, konzentriert zu bleiben.

In der neuen Folge von Berg & See:le spricht er mit Gast-Moderatorin Andrea Auer über Angstbewältigung und Rückschläge am Berg und den Mut, sich bei psychischen Problemen Unterstützung zu holen.

Angst als Strategie für Sicherheit und Überleben

Für Alexander Huber ist Angst beim Bergsteigen eine wichtige Strategie zur Sicherheit und zum Überleben.
Sie hält aufmerksam, unterstützt die Konzentration und hilft dabei, Gefahren realistisch einzuschätzen. Angst führt nicht automatisch zu Panik oder Handlungsunfähigkeit. Wenn Selbstvertrauen, Erfahrung und Kompetenz vorhanden sind, kann sie dazu beitragen, vom ersten bis zum letzten Moment sorgfältig und kontrolliert zu handeln.

Huber betont, dass Risiken weder verdrängt noch unterschätzt werden dürfen. Wer eine Gefahr unterschätzt oder sich überschätzt, handelt fahrlässig. Deshalb müssen die eigenen Fähigkeiten, die Situation und die möglichen Konsequenzen realistisch bewertet werden.

Probleme aktiv angehen

Diese Haltung überträgt Alexander Huber auch auf den Alltag. Probleme lösen sich nicht dadurch, dass man sie verdrängt oder ihnen dauerhaft ausweicht. Eine bewusste Auseinandersetzung ist notwendig, um Lösungen zu entwickeln.

Dabei muss niemand schwierige Situationen allein bewältigen. Wenn Angst oder Belastungen zu stark werden, können Beratung, ein vertrauter Mensch oder professionelle therapeutische Unterstützung helfen.

Aus Rückschlägen lernen

Alexander Huber berichtet im Podcast auch von einem Sturz im Jahr 2005. Während der Vorbereitung auf den Weltrekord im Speedklettern am El Capitan wollte er einem Kameramann helfen und vernachlässigte dabei kurzzeitig seine eigene Sicherheit. Der Vorfall wurde für ihn zu einer wichtigen Lektion: Die eigene Sicherheit muss immer zuerst gewährleistet sein.

Rückschläge können Anlass zur Reflexion und zur Veränderung des eigenen Verhaltens sein. Huber bewertet den Vorfall nicht grundsätzlich positiv. Er versucht jedoch, daraus Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen und seine Aufmerksamkeit für Risiken weiter zu schärfen.

Professionelle Hilfe in Krisen

Auch Alexander Huber hat in seinem Leben eine psychisch belastende Phase erlebt. Als sich seine Situation zunehmend verschärfte, suchte er professionelle Hilfe. Im Gespräch beschreibt er diesen Schritt als wichtige Unterstützung, um eigene Reaktionsmuster und wiederkehrende Belastungen besser zu verstehen.

Psychische Krisen können jeden Menschen treffen – auch Personen, die nach außen besonders stabil und leistungsfähig wirken. Huber empfiehlt deshalb, professionelle Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen, bevor sich Probleme verstärken und die eigenen Kräfte erschöpft sind.

Umgang mit Krankheit und Kontrollverlust

Ein weiterer Schwerpunkt der Podcast-Folge ist Alexander Hubers Gehirntumor-Diagnose im Jahr 2024. Nach der Operation musste er seine Aktivitäten zunächst vollständig zurückstellen und sich auf die Genesung konzentrieren. Bewegung und Bergsteigen waren über längere Zeit nicht möglich.

Die Erkrankung erforderte, die eigenen Ziele und Erwartungen an die gesundheitliche Situation anzupassen. Auch bei Krankheit und Einschränkungen ist eine schrittweise Anpassung an die neue Situation möglich. Heute klettert Huber weiterhin, berücksichtigt dabei jedoch seine veränderten körperlichen Voraussetzungen und arbeitet teilweise mit jüngeren Partnern zusammen.

#070

Angstbewältigung und Mentale Stärke im Extremklettern – mit Alexander Huber von den „Huaba Buam“

 

 

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Mehr Informationen

In dieser Folge von Berg & See:le spricht Getrud Klapfenberger-Öttl – Fallmanagerin DGCC im Jobcenter Traunstein – darüber, wie sich Langzeitarbeitslosigkeit bei jungen Erwachsenen auf Selbstwert und Selbstwirksamkeit auswirkt, welche Rolle gesellschaftliche Stigmatisierung dabei spielt und wie psychische Belastung sich im Alltag zeigt – von Rückzug bis Scham. Sie gibt Einblick in Angebote des Jobcenters und erklärt, wann zusätzliche psychosomatische oder therapeutische Unterstützung sinnvoll ist, damit junge Menschen wieder Vertrauen in sich selbst fassen.