Körper- & Leistungsdruck im Leistungssport – ein Ex-Skispringer erzählt.
Podcast-Folge #068 online
In unserer neuen Podcast-Folge spricht der ehemalige Skispringer und heutige Trainer Christian Heim offen über seine Erfahrungen und darüber, warum psychische Stabilität im Leistungssport ebenso wichtig ist wie Technik und körperliche Fitness.
Vom Spaß zum Leistungssport
Christian Heim begann bereits als Kind mit dem Skispringen. Zunächst standen die Freude am Fliegen, die Gemeinschaft im Verein und die Faszination für den Sport im Mittelpunkt. Mit der Zeit wurde er immer besser, wechselte ins Sportinternat und später an die Sportschule der Bundespolizei in Bad Endorf.
Dort wurde ihm bewusst: Der Schritt in den Profisport könnte möglich sein. Aus der Begeisterung für den Sport entstand zunehmend der Anspruch, alles dem Erfolg unterzuordnen. Training, Ernährung, Gewicht und Regeneration sollten möglichst perfekt sein. Rückblickend beschreibt Heim, dass gerade dieser Versuch, „alles auf eine Karte“ zu setzen, ihn aus dem Gleichgewicht brachte.
Wenn Selbstoptimierung zur Belastung wird
Im Skispringen spielt das Körpergewicht eine Rolle. Christian Heim begann deshalb, seine Ernährung immer genauer zu kontrollieren, Kalorien zu zählen und sein Gewicht zu reduzieren. Die Waage wurde zum ständigen Begleiter. Auch Treffen mit Freundinnen, Freunden oder der Familie wurden schwieriger, weil Essen und soziale Aktivitäten nicht mehr zu seinem strengen Plan passten.
Mentale Stärke ist Teil des Trainings
Als Trainer begleitet Christian Heim heute junge Skispringer. Seine Erfahrungen prägen seinen Blick auf die Athletinnen und Athleten: Neben Technik, Ausdauer und Kraft braucht es auch einen gesunden Zugang zu sich selbst. Regelmäßige Gespräche und ein vertrauensvolles Miteinander helfen dabei, Veränderungen wahrzunehmen und Belastungen rechtzeitig anzusprechen.
Leistung und Selbstfürsorge in Balance bringen
Die Erfahrungen aus dem Leistungssport lassen sich auch auf den Alltag übertragen. Für Christian Heim sind Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und die bewusste Frage „Tut mir das, was ich gerade mache, wirklich gut?“ wichtige Orientierungspunkte.