Burnout und Depression: Was ein stationärer Aufenthalt wirklich leisten kann
Podcast-Folge #063 online
Jürgen Knauß war selbst Patient in der Privatklinik ChiemseeWinkel. In der neuesten Folge unseres Podcasts „Berg & See:le“ spricht er gemeinsam mit unserer Chefärztin Dr. phil. Carolin Göhre darüber, wie er in die Klinik kam, welche Erfahrungen er dort gemacht hat und wie er heute mit seiner Geschichte anderen Betroffenen Mut machen möchte.
Jürgen Knauß war viele Jahre als Unternehmerberater tätig – in einer Welt, in der man vor allem funktionieren muss. Die Folgen waren schleichend, aber deutlich: Antriebslosigkeit, Beziehungsprobleme, Suchtverhalten und das Gefühl, nur noch in einer Scheinrealität zu leben.
An diesem Punkt war klar: Es braucht eine stationäre Auszeit – mit professioneller Begleitung und Abstand vom Alltag.
Warum die Privatklinik Chiemsee‑Winkel?
Bei der Klinikwahl war Herrn Knaus wichtig, in einem Rahmen anzukommen, der nicht nach „anonymer Klinik“, sondern nach persönlichem Rückzugsort aussieht. Die Privatklinik Chiemsee‑Winkel überzeugte ihn durch:
- die ruhige Lage direkt am Chiemsee mit Bergblick
- das überschaubare Setting mit nur 50 Zimmern
- das 4‑Sterne‑Ambiente mit hotelähnlicher, wertschätzender Atmosphäre
Von Beginn an erlebte er eine zugewandte Aufnahme, eine klare, aber freundliche Struktur und das Gefühl, als Mensch mit seiner Geschichte gesehen zu werden.
Mehrwert der stationären Behandlung: klare Tagesstruktur
Ein wesentlicher Baustein seiner Behandlung war die klare Tagesstruktur, die im Alltag so oft fehlte. Feste Therapiezeiten, geregelte Mahlzeiten, Ruhephasen, Sport‑ und Kreativangebote – all das nahm ihm die ständige Notwendigkeit, selbst funktionieren und organisieren zu müssen.
Für Herrn Knaus bedeutete das:
- Entlastung vom permanenten Entscheiden und Managen
- Raum, sich auf seine Themen zu konzentrieren, ohne Ablenkung von außen
- einen Rhythmus, der Sicherheit gibt und gleichzeitig Stabilität schafft
Chefärztin Dr. med. Caroline Göhre betont, dass genau diese Struktur ein großer Vorteil der stationären Therapie ist: „Viele unserer Patienten kommen aus hochbelasteten Kontexten. Erst in einem geschützten Rahmen mit klarem Tagesablauf kann die Seele nachkommen, was der Körper schon lange signalisiert.“
Kunsttherapie als Wendepunkt auf dem Heilungsweg
Obwohl Jürgen Knauß aus einem kunstaffinen Umfeld stammt, hatte er über Jahre keinen Zugang mehr zu seiner eigenen Kreativität. In der Klinik wurde das Malen zu einem zentralen Heilungsweg.
In der Kunsttherapie lernte er wieder:
- Gefühle auszudrücken, für die es keine Worte gab
- sich mit Verlustängsten, alten Verletzungen und inneren Konflikten auseinanderzusetzen
- sich selbst und seine Geschichte wie von außen zu betrachten
- Schritt für Schritt loszulassen
Dr. phil. Göhre beschreibt die Rolle der Kunsttherapie so:
„Kreative Verfahren eröffnen einen Zugang zu Schichten, die verbal oft schwer erreichbar sind. Gerade bei Menschen, die gewohnt sind, alles kognitiv zu lösen, kann Kunst einen völlig neuen Zugang zur eigenen Innenwelt schaffen.“
Situation nach der Klinik
Heute beschreibt Jürgen Knauß seinen Klinikaufenthalt so, dass er dadurch seinen Lebenswillen und seine Lebensqualität zurückgewonnen hat. Aus der Krise entstand eine bewusste Neuausrichtung:
Er arbeitet an einer Stiftungsidee, die Menschen dabei unterstützen soll, ihre inneren Ressourcen und Begabungen zu stärken. Außerdem baut er seine Kunst aus und plant ein Buchprojekt mit dem Titel „Es begann mit einer Träne“, in dem er seine Geschichte und seine Bilder zusammenführt.
Seine wichtigste Botschaft an andere:
Warnsignale ernst nehmen, sich nicht schämen, Hilfe anzunehmen – und sich einen Ort suchen, an dem man gesehen und begleitet wird. Für ihn war es die Privatklinik ChiemseeWinkel.