Der Weg ins Burnout – und der Neuanfang mit Kunsttherapie
Podcast-Folge #062 online
André Eichbauer spricht in der aktuellen Folge unseres Podcasts Berg & See:le über sein Burnout. Er erzählt mit einer inspirierenden Offenheit von seinem völligen Stillstand – und wie es dazu kam, dass er heute als Kunsttherapeut arbeitet.
Von „Show-and-Shine“-Job in den Burnout
André Eichbauer arbeitete viele Jahre in renommierten Marketing- und Designagenturen. 60–70 Arbeitsstunden pro Woche, viele Events, ständiger Leistungsdruck und das Gefühl, immer funktionieren und mithalten zu müssen, waren für ihn normal.
Die Warnsignale seines Körpers übersah er lange: wiederkehrende Entzündungen an Nieren und Zähnen, massive Schlafstörungen, extreme Dünnhäutigkeit und Gereiztheit bei Kleinigkeiten, keine Geduld mehr in Gesprächen – all das schob er auf „den Stress in der Arbeit“.
Plötzlich ging nichts mehr
Der Wendepunkt kam an einem Morgen, der ganz normal begann: „Ich wollte wie jeden Tag ins Büro fahren. Aber allein die Vorstellung, mich aufs Rad zu setzen, in den Laden zu fahren, in den ersten Stock zu gehen und mich an den Schreibtisch zu setzen, löste so starke Panik in mir aus, dass ich nur noch schreien und weinen konnte“, schildert Eichbauer. Nach der Überweisung an einen Spezialisten steht fest: Eichbauer leidet an einem Burnout.
Das Gefühl, nicht der Einzige zu sein
Die ersten Tage nach der Diagnose verbrachte Eichbauer in Fötusstellung auf der Couch, ohne Fernsehen, ohne Musik, ohne Ablenkung. Es folgten eine Therapie, eine Tagesklinik und später eine vollstationäre Behandlung
Die Erfahrung in der Klinik, nicht der Einzige zu sein und nicht „zu schwach“ für seinen Job, war für ihn ein wichtiger Schritt bei der Bewältigung seines Burnouts. In der Kunsttherapie fand André Eichbauer schließlich einen neuen Zugang zu sich selbst.
The Elephant Room: Neue Perspektive als Kunsttherapeut
Heute arbeitet André Eichbauer als Kunsttherapeut und begleitet in The Elephant Room Menschen, die mit Stress, Überlastung, Burnout oder anderen seelischen Belastungen kämpfen. In seinen Sitzungen verbindet er Achtsamkeit mit kreativer Gestaltung. Es geht nicht darum, „schön zu malen“, sondern einen geschützten Raum zu eröffnen, in dem innere Themen sichtbar werden dürfen – vor allem dann, wenn Worte schwerfallen.
Was André Eichbauer aus seinem Burnout gelernt hat?
„Hören Sie auf sich selbst und weniger auf das, was um Sie herum passiert und auf die Ansprüche, die von außen an Sie herangetragen werden. Seien Sie achtsam sich selbst gegenüber. Das muss man lernen, aber es lohnt sich.“
André Eichbauer