Burnout bei jungen Erwachsenen
Symptome, Ursachen und Behandlung
Fühlen Sie sich seit Wochen erschöpft, obwohl Sie eigentlich genug schlafen?
Fällt es Ihnen schwer, sich im Studium oder im Job zu konzentrieren, und spüren Sie eine wachsende innere Distanz zu Dingen, die Ihnen früher wichtig waren? Das können erste Anzeichen eines Burnouts sein. Gerade zwischen 18 und 28 Jahren treffen berufliche und private Umbrüche oft in kurzer Zeit aufeinander – Studienbeginn, Ausbildungsstart, erste Berufsjahre und Eigenheim.
Häufig werden Erschöpfungssignale zunächst als vorübergehende Stressphase abgetan. Aber Burnout kann jeden treffen.
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Was ist Burnout?
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout in der ICD-11 als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wurde. Das Syndrom umfasst drei zentrale Merkmale:
- anhaltende Erschöpfung
- zunehmend mentale Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit
- das Gefühl, weniger leistungsfähig zu sein als früher
Wichtig zu wissen: Burnout gilt in der ICD-11 nicht als eigenständige psychische Erkrankung, sondern als arbeitsbezogenes Phänomen. Es kann aber gemeinsam mit einer Depression, einer Angst- oder Anpassungsstörung auftreten.
Abgrenzung zu Depression:
Burnout steht meist in einem erkennbaren Zusammenhang mit einer konkreten Belastungssituation – die Beschwerden bessern sich außerhalb von Arbeit, Studium oder Ausbildung häufig zunächst. Bei einer Depression sind Stimmung, Interesse und Antrieb dagegen oft umfassender und unabhängig von der Situation beeinträchtigt. Beides kann auch gemeinsam auftreten. Auch Angststörungen, Schlafstörungen oder körperliche Ursachen wie Schilddrüsenerkrankungen kommen infrage. Eine Selbstdiagnose reicht deshalb nicht aus – lassen Sie sich fachlich beraten und untersuchen.
Burnout-Ursachen in der Adoleszenz
Burnout entsteht selten von einem Tag auf den anderen, sondern als Prozess. Oft beginnt er mit besonders hohem Engagement und der Bereitschaft, immer mehr zu übernehmen. Nach und nach werden Erholungszeiten knapper, eigene Bedürfnisse rücken in den Hintergrund. Schlaf, Bewegung, soziale Kontakte und Freizeit verlieren an Stellenwert. Die Erholung reicht nicht mehr aus, um die Belastung auszugleichen – es entstehen chronische Erschöpfung, innere Distanz, Rückzug und Zynismus.
Die Lebensphase zwischen 18 und 28 Jahren bringt dabei ein besonderes Risiko mit sich: Gleich mehrere einschneidende Veränderungen treffen oft zeitgleich aufeinander – der Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung, der erste eigene Umzug, der Einstieg ins Berufsleben, finanzielle Unsicherheit und der Aufbau neuer sozialer Beziehungen, während gleichzeitig die Ablösung vom Elternhaus gelingen soll.
Erhöhtes Risiko für junge Unternehmensgründer
Ein besonderer Belastungsfaktor kann zudem die berufliche Selbstständigkeit sein. Wer früh ein eigenes Unternehmen gründet, ist meist gleichzeitig hohem Leistungsdruck, finanzieller Unsicherheit und der Verantwortung für den Erfolg der eigenen Existenz ausgesetzt. Studien zeigen, dass Unternehmensgründer ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Belastungen tragen: Eine Vergleichsstudie fand bei 72 Prozent der Gründer psychische Auffälligkeiten – mit signifikant höheren Raten für Depression, ADHS und Substanzkonsum im Vergleich zu Nicht-Gründern. Auch für den deutschen Startup-Sektor zeigt eine aktuelle Forschung, dass hohe Arbeitsbelastung, ständiger Stress und Konflikte zwischen persönlichen und unternehmerischen Werten das Burnout-Risiko erhöhen.¹
Daher nimmt Orientierung in der stationären Behandlung junger Erwachsener in unserer privaten Akutklinik eine zentrale Stellung ein.
Woran erkennt man, dass man Hilfe braucht?
- Sie fühlen sich auch nach Ruhephasen oder am Wochenende nicht erholt.
- Kleine Aufgaben kosten Sie zunehmend Überwindung.
- Sie ziehen sich von Freunden, Kommilitonen oder Kolleg:innen zurück.
- Dinge, die Ihnen früher wichtig waren, lassen Sie zunehmend kalt.
- Sie greifen häufiger zu Alkohol, Nikotin oder anderen Mitteln, um durchzuhalten.
- Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Magen-Darm-Probleme häufen sich.
- Sie zweifeln zunehmend an der Wahl von Studium, Ausbildung oder Beruf, ohne eine Alternative zu sehen
Welche Symptome können auftreten?
Burnout zeigt sich auf körperlicher, emotionaler, kognitiver und Verhaltensebene.
Körperlich: Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafs, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen, Muskelverspannungen, Magen-Darm-Beschwerden, chronische Schmerzen, Schwindel, Tinnitus, funktionelle Herzbeschwerden und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte.
Emotional: Reizbarkeit, innere Leere, Hoffnungslosigkeit, starke Stimmungsschwankungen, Gefühl der Überforderung.
Kognitiv: Konzentrationsprobleme, Grübeln, Vergesslichkeit, Unsicherheit bei Entscheidungen.
Verhalten: sozialer Rückzug, nachlassende Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sowie eine zunehmender Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Burnout entsteht meist durch das Zusammenspiel beruflicher, privater, sozialer und individueller Faktoren.
- Zu den beruflichen und ausbildungsbezogenen Risikofaktoren zählen hoher Leistungsdruck, Zeitmangel, unklare Anforderungen, geringe Einflussmöglichkeiten und fehlende Anerkennung. Im Studium spielen häufig Prüfungsdruck, fehlende Strukturen und Zukunftssorgen eine Rolle.
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Auf sozialer Ebene können Isolation, Konflikte und mangelnde Unterstützung die Belastung zusätzlich verstärken – etwa wenn ein neues soziales Umfeld nach einem Umzug für Studium oder Ausbildung erst noch entstehen muss.
- Private Belastungen sind zum Beispiel finanzielle Sorgen, Konflikte im Elternhaus oder in der Partnerschaft, der erste eigene Haushalt oder fehlende Erholungszeiten. Auf sozialer Ebene können Isolation, Konflikte und mangelnde Unterstützung die Belastung zusätzlich verstärken – etwa wenn ein neues soziales Umfeld nach einem Umzug für Studium oder Ausbildung erst noch entstehen muss.
- Auf individueller Ebene begünstigen bestimmte innere Muster die Entwicklung eines Burnouts: Perfektionismus, ein hoher Leistungsanspruch, ein überhöhtes Verantwortungsgefühl, eine starke Orientierung an Anerkennung sowie Schwierigkeiten, Aufgaben abzugeben und Grenzen zu setzen. Innere Antreiber wie „Sei perfekt“, „Sei stark“ oder „Mach es allen recht“ können dazu führen, dass Sie eigene Bedürfnisse dauerhaft zurückstellen.
Häufig entsteht dabei eine Spannung zwischen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und dem Bedürfnis nach Anerkennung durch andere – gerade im jungen Erwachsenenalter oft auch die Anerkennung durch die eigenen Eltern.
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Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
Quellen
[1] Freeman, M. A., Staudenmaier, P. J., Zisser, M. R., & Andresen, L. A. (2019). The prevalence and co-occurrence of psychiatric conditions among entrepreneurs and their families. Small Business Economics, 53, 323–342. https://doi.org/10.1007/s11187-018-0059-8.