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Orientierung finden

Wo bin ich und wo will ich hin?

Diese Fragen beschäftigen viele Menschen. In den Medien und der Politik werden sie oft im Zusammenhang mit Zukunftssorgen, Leistungsdruck, Umwelt, Wirtschaft oder persönlicher Freiheit diskutiert – klare Antworten gibt es selten. Unterschiedliche Meinungen und Unsicherheiten erschweren es, Orientierung zu finden.
Gerade für junge Erwachsene kann das sehr belastend sein.

Orientierungslosigkeit fördert seelische Belastungen und hemmt die Genesung

Wenn im Umfeld wenig Unterstützung vorhanden ist und Aussagen wie „Hauptsache, es macht Spaß und du wirst glücklich“ oder „Nimm dir Zeit, dich selbst zu finden“ dominieren, kann das eher verunsichern. Was zunächst nach Freiheit klingt, kann schnell wie Stillstand wirken. Viele erleben Orientierungslosigkeit als stressig, sorgen sich um ihre Zukunft und fühlen sich erschöpft, traurig oder überfordert.

Studien zeigen: Jugendliche ohne konkrete Vorstellung für ihre Zeit nach der Schule fühlen sich oft stärker belastet als Gleichaltrige mit zumindest einer groben Idee ihres Weges.

Auch im Kontext psychischer Erkrankungen spielt Orientierung eine wichtige Rolle.

„Wer nicht weiß, wie das Leben nach einer Besserung aussehen könnte, tut sich häufig schwer, sich auf eine Behandlung einzulassen.“

Fehlt ein Ziel oder ein „Licht am Ende des Tunnels“, fehlt oft die Motivation, aktiv an der Genesung zu arbeiten. In solchen Situationen kann die Erkrankung unbewusst auch Schutz vor den Anforderungen des Lebens bieten, was den Heilungsprozess erschwert.

Perspektive macht handlungsfähig

Aus diesem Grund wurde das Gruppenprogramm „Jugend-Kompass“ (JuKo) entwickelt – maßgeblich mitgestaltet von unserer Chefärztin, Dr. phil. Carolin Göhre. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die sich orientierungslos fühlen – unabhängig davon, ob bereits eine psychische Erkrankung vorliegt.

Ziel von JuKo ist es, innezuhalten und einen inneren Kompass für den eigenen Weg, im eigenen Tempo zu entwickeln. Es geht darum, Klarheit zu gewinnen, eigene Stärken und Werte zu entdecken und wieder handlungsfähig zu werden. So entsteht eine Basis, auf der Entscheidungen leichter fallen.

Mehr Infos zum Thema erhalten Sie auch in einem Beitrag des RFO mit Chefärztin Dr. phil. Carolin Göhre