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Traumata verstehen und heilen

Einblicke in Psychosomatik und Therapie

Der Begriff „Trauma“ stammt ursprünglich aus der Medizin und bezeichnet zunächst eine körperliche Verletzung, etwa durch einen Unfall. In der Psychologie beschreibt Trauma jedoch ein Ereignis, das die seelische Belastbarkeit so stark überfordert, dass die üblichen psychischen Regulationsmechanismen zusammenbrechen. Betroffene erleben eine Art Notfallreaktion: Angst, Schmerz und Kontrolle weichen einer inneren Starre oder einem emotionalen „Abschalten“.

Schocktrauma und Entwicklungstrauma

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen folgenden zwei Arten von Traumata.
Ein Schocktrauma entsteht durch ein einzelnes, plötzliches Ereignis, beispielsweise einen Autounfall oder eine Naturkatastrophe. Häufig wirken Betroffene währenddessen erstaunlich funktional, brechen aber später emotional zusammen.
Ein Entwicklungstrauma entsteht dagegen über längere Zeiträume, vor allem in der Kindheit. Dazu gehören Erfahrungen wie emotionale Vernachlässigung, längere Trennung von Bezugspersonen oder wiederholte Überforderungen. Da Kinder auf stabile Bindungen angewiesen sind, können solche Erfahrungen besonders tiefgreifende Folgen haben.

Wie häufig sind Traumata?

Die Forschung geht davon aus, dass 40 bis 60 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens ein traumatisches Ereignis erleben. Wichtig ist dabei jedoch, dass nur ein kleiner Teil daraus langfristige Traumafolgestörungen entwickelt. Nicht jedes Trauma führt also zwangsläufig zu einer bleibenden psychischen Erkrankung. Entscheidend ist unter anderem, ob das Ereignis eine menschliche Dimension beinhaltet, etwa Gewalt oder Missbrauch, oder ob es ein unpersönliches Geschehen war, wie ein Unfall.

Wiederkehrende Vergangenheit

Traumatische Erfahrungen verschwinden nicht einfach mit der Zeit. Sie können wie abgekapselte Erlebnisse tief im Gedächtnis verborgen sein und erst Jahre später plötzlich in Form von Albträumen, Panikattacken oder körperlichen Symptomen wieder auftauchen. Das macht es für Betroffene ziemlich verwirrend, weil die ursprüngliche Situation meist schon gar nicht mehr präsent ist.

Wege zur Besserung

Eine zentrale Aufgabe der Psychotherapie ist es, Betroffenen zu helfen, traumatische Erlebnisse und Erinnerungen schrittweise zu integrieren. Dabei geht es nicht darum, das Erlebte ungeschehen zu machen, sondern es so in das eigene Leben einzuordnen, dass Gegenwart und Vergangenheit gleichzeitig erlebbar sind. Heilung bedeutet, wieder Zugang zu Gefühlen zu finden, ohne von der Wucht des Traumas überwältigt zu werden.

Traumata gehören zum menschlichen Leben. Viele Menschen machen diese Erfahrung, auch wenn sie unterschiedlich stark davon betroffen sind. Während manche Erlebnisse ohne Probleme verarbeitet werden können, können andere tiefe seelische Wunden hinterlassen. Entscheidend für den Heilungsweg ist, diese Verletzungen ernst zu nehmen und sich geeignete Unterstützung zu suchen. Denn erst, wenn traumatische Erfahrungen ihren Platz in unserer Geschichte finden, können wir uns ihnen stellen und wieder in der Gegenwart ankommen.

Lust auf mehr?

Wenn Sie dieses Thema interessiert, empfehlen wir Ihnen unsere Podcast-Folge „Traumata verstehen und heilen“. In dieser Episode spricht Host Markus Sturm mit Hans-Günther Wolf über biografische Traumata und deren Auswirkungen aus die psychische Gesundheit. Dabei geht es um die Frage, wie Erlebnisse unsere emotionale Regulation prägen und welchen Einfluss sie auf unsere psychische Gesundheit haben können.

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Podcast Berg & See:le – Folge #042 online

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In der neuesten Episode von „Berg & Seele“ spricht Host Markus Sturm mit Hans-Günther Wolf, einem Psychologen, über biografische Traumata und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Die Diskussion beleuchtet die Unterschiede zwischen Schock- und Entwicklungstraumata und deren Bedeutung in der Psychotherapie. Erfahren Sie, wie Traumata unsere emotionale Regulation beeinflussen können und welche Rolle psychologische Unterstützung in diesem Kontext spielt.

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In dieser Folge von Berg & Seele spricht Host Markus Sturm mit Dr. Carolin Göhre, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, über die zunehmende Orientierungslosigkeit bei jungen Erwachsenen. Die Episode beleuchtet die Herausforderungen, die durch soziale Medien, fehlende Strukturen und überbordende Möglichkeiten im Leben junger Menschen entstehen. Es geht darum, wie Hyperindividualisierung, Erwartungsdruck und mangelnde Zielklarheit zu Unzufriedenheit und psychischen Belastungen führen können – bis hin zur psychosomatischen Erkrankung. Dr. Göhre gibt wertvolle Einblicke in den Klinikalltag, zeigt Warnzeichen auf und betont die Bedeutung von Grenzen, Anleitung und frühzeitiger therapeutischer Unterstützung.

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